22.01.2026

Klausurenphase in deutschen Hochschulstädten: In vielen Städten teilen sich Hunderte Studierende einen Platz

2 Min.

Einleitung

Besonders in der Klausurenphase sind Lernplätze in Universitätsbibliotheken stark umkämpft. Für viele Studierende wird das zum ernsthaften Problem, vor allem für jene, die zu Hause keine geeignete Lernumgebung haben. Doch wie gut ist die Versorgung mit Lernplätzen in deutschen Hochschulstädten tatsächlich? Dieser Frage sind wir in einer aktuellen Untersuchung nachgegangen. Das Ergebnis ist alarmierend. In einigen Städten steht nicht einmal ein Lernplatz pro 100 Studierende zur Verfügung. Für viele bedeutet das erschwerte Lernbedingungen und schlechtere Chancen, den Prüfungsstoff erfolgreich aufzuarbeiten.


Große Unterschiede beim Verhältnis von Lernplätzen zu Studierenden

Für die Analyse wurden Lernplätze in den Universitätsbibliotheken von zehn großen Hochschulstädten erfasst und ins Verhältnis zur jeweiligen Studierendenzahl gesetzt. Insgesamt wurden 16.895 Lernplätze in 97 Bibliotheken ausgewertet.Besonders angespannt ist die Situation in Aachen und Frankfurt am Main. In beiden Städten kommen lediglich 0,26 Lernplätze auf 100 Studierende. Auch Hamburg (0,41), Stuttgart (0,77), Bochum (0,86) und Köln (0,95) liegen deutlich unter einem Lernplatz pro 100 Studierende.Selbst Städte mit vergleichsweise besseren Werten erreichen kein komfortables Niveau: München kommt auf 3,59 Lernplätze pro 100 Studierende, Berlin auf 3,15 und Münster auf 3,00. Auch dort steht nur ein begrenztes Angebot an Lernplätzen zur Verfügung. Das Problem liegt damit nicht allein in der Anzahl der Lernplätze, sondern auch in deren Organisation, da ohne verbindliche Buchungsregeln und Auslastungsdaten keine faire Verteilung möglich ist.

Viele Studierende, viele Bibliotheken – trotzdem Engpässe

Berlin zählt mit rund 200.339 Studierenden die meisten Studierenden im Vergleich und verfügt zugleich über die meisten erfassten Lernplätze (6.309 Plätze in 32 Bibliotheken). München folgt mit 136.538 Studierenden und 4.903 Lernplätzen in 24 Bibliotheken, Münster mit 60.287 Studierenden und 1.807 Lernplätzen in sechs Bibliotheken.
Die Zahlen zeigen: Selbst hohe absolute Platz- und Bibliothekszahlen verhindern Engpässe nicht, wenn viele Studierende gleichzeitig lernen wollen. Gerade in solchen Städten wird deutlich, dass Kapazitäten allein nicht ausreichen, wenn es an transparenten Buchungsregeln und Echtzeitinformationen zur Auslastung fehlt.

Ohne Transparenz wird Platzsuche zum Stressfaktor

Was die Situation zusätzlich verschärft: Nur vereinzelte Bibliotheken wie beispielsweise die Fachbibliothek der Technischen Universität München haben bislang ein Buchungs- und Auslastungssystem für Lernplätze. Somit erfahren Studierende meistens erst vor Ort, ob Plätze verfügbar sind. Gleichzeitig fehlt Einrichtungen eine transparente Übersicht darüber, wie stark einzelne Bereiche tatsächlich genutzt werden. In Phasen mit hoher Nachfrage, wie der Klausurenzeit, führt das zu unnötigen Wegen, ungleichmäßiger Auslastung und zusätzlich organisatorischem Aufwand. Ohne digitale Buchungs- und Auslastungssysteme bleibt das Lernplatzangebot für Studierende weitgehend unplanbar und für Bibliotheken kaum steuerbar.

„Gerade in Klausurenphasen ist eine verlässliche Planung entscheidend. Studierende sollten nicht erst vor Ort erfahren, dass alle Plätze belegt sind“, sagt Lucian Holtwiesche, Geschäftsführer und Co-Founder bei anny. „Transparente Auslastungsanzeigen und Buchungsoptionen schaffen Planungssicherheit und entlasten Bibliotheken wie Studierende gleichermaßen. Digitale Lösungen können helfen, vorhandene Lernplätze fairer zu verteilen und effizienter zu nutzen, damit Lernen nicht schon bei der Anfahrt scheitert.“

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