08.01.2026

Wie Hochschulbibliotheken Lernplätze fair vergeben können

3 Min.

Studierende arbeiten konzentriert in einer Bibliothek an ihren Lernplätzen
Studierende arbeiten konzentriert in einer Bibliothek an ihren Lernplätzen

Transparente Lernplatzvergabe in Bibliotheken

In vielen Hochschul- und Universitätsbibliotheken beginnt der Tag für Studierende früh. Wer einen Lernplatz sucht, stellt sich früh morgens an, hofft auf einen freien Tisch und geht dennoch nicht selten leer aus. Gleichzeitig bleiben im Laufe des Tages Plätze ungenutzt: reserviert, aber nicht belegt, erkennbar nur an zurückgelassenen Laptops oder Taschen. Gerade in Prüfungsphasen wird so sichtbar, wie knapp und zugleich ineffizient Lernplätze genutzt werden.

Dabei sind Bibliotheken zentrale Orte für konzentriertes Arbeiten, Gruppenlernen und den Studienerfolg insgesamt. Umso dringlicher ist die Frage, wie begrenzte Lernplätze fair, transparent und verlässlich vergeben werden können, sodass sich der Weg in die Bibliothek auch tatsächlich lohnt.

Digitale Buchungssysteme können Bibliotheken dabei unterstützen, diese Herausforderung strukturiert anzugehen. Sie schaffen Planungssicherheit für Studierende und ermöglichen es Bibliotheken, klare Vergaberegeln umzusetzen. Entscheidend ist dabei weniger die reine Digitalisierung der Platzvergabe als vielmehr die Gestaltung eines fairen Modells, das unterschiedliche Nutzungsbedürfnisse berücksichtigt und Missbrauch vermeidet.

Warum „fair“ mehr ist als „first come, first served“

Auf den ersten Blick wirkt es fair, Lernplätze nach dem Prinzip „wer zuerst bucht, bekommt den Platz“ zu vergeben. In der Praxis führt dieses Modell jedoch häufig zu Problemen:

  • Einzelne Studierende blockieren Plätze weit im Voraus.

  • Andere finden trotz regelmäßiger Nutzung keinen freien Platz.

  • Nicht wahrgenommene Buchungen reduzieren die tatsächliche Auslastung.

Entscheidend sind dabei vor allem zwei Stellschrauben der Vergabe: der Zeitraum, in dem Plätze im Voraus gebucht werden können, und die Begrenzung der in der Zukunft liegenden gebuchten Zeit pro Person. Ergänzend braucht es Mechanismen, die sicherstellen, dass reservierte Plätze auch tatsächlich genutzt oder bei Nichterscheinen wieder freigegeben werden.

Ein fairer Vorausbuchungszeitraum: Balance zwischen Planung & Verfügbarkeit

Der Vorausbuchungszeitraum legt fest, wie viele Tage im Voraus ein Lernplatz reserviert werden darf. Er bestimmt damit, wie groß die Zeitspanne ist, in der Buchungen überhaupt möglich sind.

Ist dieser Zeitraum sehr kurz, ist die Buchung nur in einem engen Vorlauf möglich. Das erhöht den Druck bei der Buchung: Viele Studierende versuchen gleichzeitig, sich einen der knappen Plätze zu sichern. Die Warteschlange verschwindet dabei nicht, sondern verlagert sich von der Bibliothek vor den Computer.

Ein vereinfachtes Zahlenbeispiel verdeutlicht diesen Effekt: Stehen einer Bibliothek 100 Lernplätze (Kapazität) zur Verfügung, die im Durchschnitt etwa 1,6-mal pro Tag neu belegt werden (Belegungsfaktor), ergeben sich bei einem Vorausbuchungszeitraum von nur einem Tag rund 160 buchbare Zeitfenster. Treffen diese auf etwa 1.000 Studierende, konkurrieren viele gleichzeitig um eine sehr begrenzte Anzahl an Slots. Dies wiederholt sich täglich, sodass einzelne Studierende dauerhaft leer ausgehen können.

Wird der Vorausbuchungszeitraum auf sieben Tage ausgeweitet, entsteht ein anderes Bild: Bei gleicher Kapazität ergeben sich rechnerisch rund 1.120 buchbare Zeitfenster (7 Tage × 1,6 Belegungen × 100 Plätze). Damit stehen insgesamt mehr Buchungsmöglichkeiten zur Verfügung als es potenzielle Nutzer:innen gibt, rechnerisch kann also jede interessierte Person einen Slot buchen.

Die Anzahl der Lernplätze bleibt gleich, die grundsätzliche Knappheit verschwindet nicht. Sie wird jedoch zeitlich entzerrt: Der Buchungsdruck verteilt sich über mehrere Tage, statt sich auf einen kurzen Vorlauf zu konzentrieren, um die Chancengleichheit zu erhöhen.

Wie weit im Voraus Lernplätze buchbar sein sollten, hängt daher vom Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ab. Je knapper die Kapazitäten und je höher die Nachfrage, desto wichtiger ist ein ausreichend langer Buchungsvorlauf. In vielen Nutzungskontexten hat sich hierfür ein Zeitraum von einer Woche etabliert, der je nach Situation angepasst werden kann.

Ein längerer Buchungsvorlauf wirft jedoch eine weitere Frage auf: Wie lässt es sich verhindern, dass ein Studierender sich für mehrere Slots jeden Tag einbucht?

Begrenzte Buchungsdauer in der Zukunft: Chancengleichheit ganrantiert

Naheliegend wäre es, die Nutzung einfach über ein festes Kontingent oder ein Limit an Stunden zu steuern, die eine Person pro Woche oder Tag buchen darf. Ein solcher Ansatz allein greift jedoch zu kurz. Studierende nutzen Bibliotheken sehr unterschiedlich: Während Einige täglich mehrere Stunden vor Ort arbeiten, kommen Andere nur gelegentlich. Ein starres Kontingent würde diesen Unterschieden nicht gerecht.

Die Lösung liegt daher nicht im Kontingent allein, sondern in der Kombination mit einer offenen Buchungsdauer in der Zukunft. Jede Person verfügt zwar über ein festes Stundenlimit für Vorausbuchungen, z.B. 14 Stunden. Sobald eine Buchung stattgefunden kann, öffnet sich das Limit fließend. So können Dauernutzer jeden Tag die Bibliothek nutzen, indem sie freie Restkapazitäten im Laufe der Woche Buchungen. Eine Vorabreservierung aller Tage auf einmal wird jedoch verhindert, um anderen Studierenden Zeit zur Buchung einzuräumen.

Ein konkretes Beispiel: Lernplätze können bis zu sieben Tage im Voraus gebucht werden. Für die Zukunft darf jede Person insgesamt maximal 14 Stunden reservieren. Eine Studentin bucht sich frühzeitig sieben Stunden für Dienstag und weitere sieben Stunden für Mittwoch. Damit ist ihr Kontingent für Vorausbuchungen ausgeschöpft. Wird nun am Mittwoch für den Donnerstag kurzfristig ein Tisch frei, kann sie diesen dennoch am Mittwoch buchen, da die Buchung am Dienstag bereits stattgefunden hat. Das feste Kontingent verhindert also das langfristige Blockieren von Plätzen, schließt die tatsächliche Nutzung bei vorhandener Kapazität aber nicht aus.

Dieses dynamische Prinzip schafft Chancengleichheit, ohne Dauernutzer einzuschränken: Begrenzt wird nicht die Nutzung, sondern nur die Dauer vorausgeplanter Buchungen.

Vor-Ort-Check-in & automatische Freigabe

Selbst ein gut austariertes Vergabemodell stößt an seine Grenzen, wenn reservierte Plätze nicht tatsächlich genutzt werden. Ein häufiges Problem in Bibliotheken sind daher nicht wahrgenommene Buchungen: Plätze bleiben leer, obwohl sie offiziell belegt sind. Digitale Check-in-Mechanismen setzen genau an dieser Stelle an und stellen sicher, dass die zuvor definierten Regeln auch im Alltag greifen:

  • Nutzer:innen bestätigen ihre Anwesenheit vor Ort innerhalb eines definierten Zeitfensters via QR-Code Scan oder App.

  • Erfolgt kein Check-in, wird der Platz automatisch wieder freigegeben.

  • Bei vorzeitiger Beendigung des Lernens, kann der Platz durch Checkout wieder freigegeben werden

Das Ergebnis: höhere tatsächliche Auslastung, weniger Frust und eine fairere Nutzung gemeinschaftlicher Lernräume – insbesondere zu Stoßzeiten.

Praxisbeispiel: Faire Lernplatzbuchung in der Bibliothek der LMU München

Ein anschauliches Beispiel für faire Vergaberegeln zeigt die Universitätsbibliothek der LMU München. Dort werden Lernplätze und Arbeitsräume über das zentrales Buchungssystem anny verwaltet, das Studierenden erlaubt, Plätze über unterschiedliche Zeiträume im Voraus zu reservieren. In Prüfungsphasen werden über das System täglich mehrere Tausend Buchungen insgesamt abgewickelt, verteilt auf viele Studierende und unterschiedliche Bibliotheksstandorte.

Die Nutzung erfolgt über fakultätsbezogene Gruppen („Communities“), die sicherstellen, dass bestimmte Kontingente gezielt den zugehörigen Studienrichtungen vorbehalten bleiben, und gleichzeitig allgemein zugängliche Plätze buchbar sind. Studierende schätzen die transparente Planung und die gleichberechtigte Vergabe, gerade in Zeiten hoher Nachfrage.

Die Case Study der Universitätsbibliothek der LMU München bietet einen vertiefenden Einblick in die konkrete Umsetzung.

Fazit: Fairness entsteht durch Regeln, nicht durch Zufall

Faire Lernplatzvergabe ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis klar definierter, transparenter Regeln, die flexibel an den Alltag von Studierenden und Bibliotheken angepasst werden können. Digitale Systeme, wie unter anderem anny, bieten Hochschulbibliotheken die Möglichkeit, diese Regeln einfach umzusetzen und bei Bedarf weiterzuentwickeln.

Gerade im Hochschulkontext zeigt sich: Wenn Planungssicherheit, begrenzte Vorausbuchungen und verlässliche Nutzung sinnvoll kombiniert werden, profitieren alle, Studierende ebenso wie Bibliotheksteams.

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